Florian Sedmak, 07. Mai 2026

Die Böhmerwaldschule

  • Raus! Magazin
Offenes Land im Bäumemeer: Die Böhmerwaldschule im oberösterreichischböhmischen Grenzgebiet ist jede Reise wert – und zentraler NATURSCHAUSPIEL-Partner der ersten Stunde.

Von Ulrichsberg geht es auf das Plateau von Schöneben hinauf, wo einst österreichische und tschechische Beamt:innen die Reisepässe an der streng gesicherten Grenze zur ČSSR kontrollierten.

Nach kurzer Fahrt taucht rechter Hand ein zweiteiliges Forsthaus auf, das dem örtlichen Waldgroßbesitzer Stift Schlägl gehört. Lange sind im alten Wohnhaus, das noch heute fallweise von den Stiftsgeistlichen genutzt wird, die Förster des Stifts ein- und ausgegangen. Im ehemaligen Stall und Stadel hat vor über 25 Jahren ein naturpädagogisches Lern- und Erlebniszentrum seinen Platz gefunden: die Böhmerwaldschule. In ihrer viertelhundertjährigen Geschichte hat sie sich immer wieder verändert und weiterentwickelt. Mit Erfolg: Heute nehmen jährlich bereits zwischen sieben- und achttausend Besucher:innen an den Touren und Workshops der Schule teil, deren ursprüngliches Motto „Im Wald vom Wald lernen“ lautete.

Der Wald liegt fast geschlossen rund um das urige Schulgebäude mit einfachem Mobiliar und zahlreichen Tierpräparaten wie jener Wildsau, die ihren massigen Schädel aus der Wand streckt, direkt neben dem aus einem Abbruchhaus geretteten alten Tischherdriesen, der zum Heizen sowie zum Kochen der Pechsalbe dient. Die Böhmerwaldschule im oberösterreichisch-böhmischen Grenzgebiet ist jede Reise wert – und zentraler NATURSCHAUSPIEL-Partner der ersten Stunde. Nur nach vorne, zum greifbar nahen Südböhmen hin, ist das locker mit einem halben Dutzend Gebäude betupfte Land offen. Wie eine Insel liegt es im Meer der Bäume des Böhmerwaldes da. Auf den Wiesen grasen seit kurzem zwei streichelbare Eseldamen. Sie sind ins Schulteam aufgenommen worden, um den Weiler zum Wohl der historischen Kulturlandschaft und der vielen auf Offenland angewiesenen Arten in der Region baumfrei zu halten. Inzwischen hat die neueste Attraktion der Schule Zuwachs bekommen. In Form einer winter- und wetterfesten Zwergkuhfamilie, die mithilft, die Vielfalt zu fördern und wertvolle Lebensräume zu gestalten.

Lies das gesamte Porträt in der Printausgabe unseres NATURSCHAUSPIEL-Magazins „Raus! aus der Spur“. Wir schicken es dir gerne kostenlos zu.

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Schulband(e) im Sonnenwald

Mit der Böhmerwaldschule identifiziert zu werden, gehört zum Alltag von Rupert Fartacek – dem allerdings gar nicht recht ist, dass dabei regelmäßig übersehen wird, wie viele Guides sich außer Iris Niederdöckl und ihm noch als Workshopleiter:innen und Naturpädagog:innen an der Schule engagieren. Wie zum Beispiel die gelernte Landschaftsgärtnerin und Waldpädagogin Petra Wakolbinger, die hauptberufliche Naturvermittlerin ist. Die Ethnobotanikerin Gabi Winkler hat sich auf Kosmetik und Kräuter für Heilzwecke, sowie Fermentierungen und Flechten spezialisiert, während das Herz der Stiftsförster Rudi Wakolbinger und Hubert Katzlinger einerseits für die naturnahe Waldbewirtschaftung, Gewässer und Moore sowie andererseits für die historischen Spuren menschlichen Lebens und Schaffens im Böhmerwald schlägt. Ausgesprochen vielseitig interessiert und dementsprechend ausgebildet ist Astrid Schauer: Sie ist Vegetationsökologin, Naturvermittlerin, Waldpädagogin sowie Biobäuerin. Und Magdalena Fischer teilt gerne ihr Wissen über die Möglichkeiten der Naturfärbung.

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