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SEPTEMBER

TUMMELPLATZ DER ARTEN

IST DIE STADT TEIL ODER GEGENTEIL DER NATUR?  EINE GUTE FRAGE, AUF DIE ES VIELE BEMERKENSWERTE ANTWORTEN GIBT.


Nichts ist uns intellektuell so vertraut wie das Denken in Gegensätzen. Stellt sich die Frage nach dem Gegenteil von „Land“, kommt uns sofort „Stadt“ in den Sinn. Fast genauso ist es bei der Suche des Gegenstücks zu „Natur“: Städte sind in unserer Vorstellung der Inbegriff von Zivilisation und scheinen uns im Widerspruch zur Natur zu stehen. Doch inwieweit entspricht unser Denken in solchen Schwarz-Weiß-Kategorien der Wirklichkeit, die womöglich doch um einiges komplexer ist? Ein von Menschenhand gepflanzter Forst oder ein Weizenfeld auf dem Land ist genauso Ausdruck von Zivilisation wie ein städtischer Park. Beziehungsweise beides: Teil der Natur und Ergebnis eines gestalterischen Eingriffs.

 



Die Stadt wird grün

In diesem Spannungsverhältnis zwischen Zivilisation und Natur stehen viele  Schauplätze und Lebensräume jeder Stadt – wenn nicht sogar die Stadt an sich als Ganzes. Spannend ist auch die weltweite Verstädterung anzuschauen: Demnächst wird die Mehrheit der Menschheit in Städten leben, die ihrerseits aber immer grüner werden. Bei einem entsprechenden Lebensstil kann der ökologische Fußabdruck einer Stadt kleiner ausfallen als jener ihres dünner besiedelten Umlandes. Unter anderem weil klimaneutrale Mobilität in Städten leichter möglich ist als im Umland.
Unstrittig ist, dass die Stadt voller Natur ist. Wie beispielsweise Linz mit seinen über 50 Parks, ausgedehnten Stadtwäldern und einem 660 Hektar großen Naturschutzgebiet zwischen Traun und Donau. Zu den öffentlichen Grünanlagen und Reservaten kommen unzählige Schreber-, Dach- und Balkongärten, sogenanntes Abstandsgrün zwischen Straßen und Gehsteigen, Brachen und kleine Grünflächen rund um die Häuser. Das summiert sich. In Linz zu einem Grünlandanteil von über 50 Prozent.

Naschen an der Blütenvielfalt

Flora und Fauna kommen damit bestens zurecht. Zum Beispiel die Bienen, die in der Stadt von einer größeren Blütenvielfalt naschen können als auf dem Land. Anders als dort gibt es im Lebensraum Stadt auch so gut wie keine Pestizide und keine Monokulturen. Daher kann es Stadthonig in Sachen Geschmack und Bioqualität mit jedem anderen Honig aufnehmen. Auch viele andere Tier- und Pflanzenarten haben sich mit der urbanen Zivilisation arrangiert. Ebenso mit dem deutlich wärmeren und trockeneren Klima der Stadt, wo der Wind viel sanfter weht als auf dem offenen Land.

In der Stadt leben mehr Kaninchen, Eichhörnchen, Füchse und Steinmarder als auf dem Land; Fledermäuse, Schleiereulen, Tauben, Turmfalken und Mauersegler sind in der künstlichen Felslandschaft von Kirchtürmen, Dachvorsprüngen und Gesimsen ganz in ihrem Element.

Kommen und Gehen

Über 120 Vogelarten sind in Linz heimisch, wo sie auf Ampeln und in Mauernischen brüten. Artenvielfalt ist überhaupt ein urbanes Charakteristikum. Zurückzuführen ist es auf den wegfallenden Jagddruck, die Vielfalt unterschiedlicher Naturräume oft in wenigen hundert Metern Umkreis – sowie auf die Zivilisation. Mit den großen Gütermengen, die täglich in die Stadt geschafft werden, gelangen ständig auch Pflanzensamen von auswärts in die City. Innerhalb der letzten hundert Jahre hat sich die Artenzahl in vielen Städten fast verdoppelt. Dabei herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, wobei die meisten kommen, um zu bleiben. Eingewanderte Arten ersetzen so manchen ursprünglichen Stadtnaturbewohner und viele gezüchtete Sträucher, Bäume und Pflanzen wildern einfach aus. Wie es ihrer eigentlichen Natur entspricht, Stadt hin oder her.


 

vermittler inge stueckemann c robert maybach

 

NATURVERMITTLER/IN IM PORTRÄT

INGE STÜCKEMANN

 

„Ich lebe gerne am Land“, sagt Inge Stückmann, „und ich führe gerne ein einfaches Leben.“ Ihr Leben in Bad Mühllacken im schlichten Haus mit Hypokaustenholzheizung auf dem Familiengrundbesitz mag einfach sein – eintönig ist es nicht.

 

Die gelassen in sich ruhende Mühlviertlerin hat eine regelrechte Sammlung an Diplomen, die sie parallel zur zwanzig jährigen Arbeit als kaufmännische Angestellte erworben hat. Stückemann ist Wald- und Erlebnispädagogin, Naturvermittlerin, Outdoortrainerin, Therapiehundeführerin und Alpakazüchterin. Außerdem hat sie das Schifffahrtspatent zum Zillenfahren auf der Donau, das sie jedoch hauptsächlich ihrem Lebenspartner überlässt. „Ich interessiere mich für vieles und mache gerne etwas Neues“, sagt sie, als wäre ihre Vielseitigkeit weiter nicht der Rede wert. Vielseitigkeit zeichnet Stückemann auch als Alpakazüchterin aus. Was als Zweckbeziehung begann – die umsichtig grasenden Tiere sollten ursprünglich bloß die steilen Wiesen rund um ihr Anwesen kurz halten – entwickelte sich zum Liebesverhältnis. In ihrem Hofladen gibt es Allerlei aus Alpakavlies: Tuchentfüllungen, Schuheinlagen, Strickwolle, demnächst Yogamatten und vieles mehr. Eine andere große Liebe gilt den Bäumen. Zu ihnen hat sie eine besondere Beziehung, von ihnen hat sie viel gelernt: „Kooperation statt Konkurrenz ist das Lebensprinzip der Bäume.“
 

 

art spaltenkreuzspinne c naturschutzbund paul marianne wouters horemans

 

TIERPORTRÄT DES MONATS

DIE SPALTENKREUZSPINNE

EINE JÄGERIN DER NACHT

 

Die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica) ist ein Familienmitglied der Echten Radnetzspinnen, die weltweit mit 3.095 und auf unserem Kontinent immerhin mit 128 Arten vertreten sind. Ihre Namensgebung verdankt die Spinne ihren bevorzugten Lebensräumen. So bewohnt sie gerne Ritzen und Spalten von Hausfassaden und Zäunen, ist als ursprüngliche Rindenbewohnerin aber auch in stehendem Totholz mit loser Baumrinde auf Streuobstwiesen, in Wäldern, Parks oder Gärten zu finden. Da sie nachtaktiv ist und sich tagsüber in besagten Spalten versteckt, bekommt man sie auch selten zu Gesicht. Sie wird bis zu zwei Jahre alt und beweist sich als exzellente Baumeisterin von Radnetzen mit bis zu 70 cm Durchmesser, wobei die Nabe oft nicht in der Netzmitte liegt. Als Nahrung dienen der Spaltenkreuzspinne verschiedenste Insekten, die sich in ihrem Netz verfangen.

 

gewinnspiel

Gewinne für eine Gruppe von 10 Personen die Tour „Die Riesen der Stadt". Fülle einfach das Formular aus & los geht´s! Viel Glück!

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Die Gewinnspiele werden monatlich durchgeführt, Frist bis jeweils 30ten des Monats. Die Verlosung erfolgt bis zum 7ten des Folgemonats, die Gewinner werden schriftlich informiert. Hier die Teilnahmebedingungen

NASP17 Highlighttour riesen der stadt

DIE RIESEN DER STADT

Im Linzer Stadtpark machen wir uns mit Hilfe einer Schatzkarte auf die Suche nach alten Baumriesen. Diese können uns eindrucksvolle und erstaunliche Geschichten erzählen. Die verschiedenen Baumarten werden von uns bei einer spannenden Entdeckungsreise erforscht. Mit detektivischem Spürsinn tauchen wir in die wunderbare Welt der Bäume ein und erwerben mit dem neuen Wissen zum Abschluss das Baum- Diplom.

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NASP17 ThemenVorschau OKT

IM RAUSCH DER ALMEN

Kulturelles Erbe für zukünftige Generationen.

 

NASP17 ThemenVorschau NOV

IM REICH DES KRANKEN KÖNIGS

Mit seiner Gletscherzunge hat der Dachstein das Salzkammergut geformt - mit dem Gletscher selbst geht es rapide zu Ende.